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Weisenheim am Sand blickt auf eine über 1250‑jährige Geschichte zurück – und doch fühlt sich der Ort bis heute lebendig, warm und offen an. Zwischen Weinbergen, Obstgärten und sanften Sandböden entstand hier schon früh eine Siedlung, deren Name erstmals 771 in einer Urkunde des Klosters Lorsch auftaucht. Was damals als fränkischer Sippenhof begann, entwickelte sich über die Jahrhunderte zu einem charmanten Dorf, das Kultur, Natur und Geschichte auf besondere Weise verbindet. Wer Weisenheim besucht, wandert nicht nur durch idyllische Gassen, sondern auch durch die Spuren einer langen, faszinierenden Vergangenheit.

Kloster Lorsch und Weisenheim – warum 2021 die 1250‑Jahr‑Feier begangen wurde

Die Grundlage für ein Ortsjubiläum ist eine eindeutig datierte, schriftliche Erwähnung. Archäologische Funde können dies in der Regel nicht leisten, mittelalterliche Urkunden hingegen schon: Sie waren rechtsverbindliche Dokumente, meist genau datiert und wurden sorgfältig aufbewahrt. Träger dieser Schriftkultur waren im weitgehend analphabetischen Mittelalter vor allem die Klöster, da sie ein großes Interesse daran hatten, ihren Besitzstand dauerhaft zu dokumentieren.

Lorscher Kodex
Lorscher Kodex

Für Weisenheim am Sand ist deshalb eine Urkunde des Klosters Lorsch von entscheidender Bedeutung. Zwar hatten im Laufe der Geschichte auch andere Klöster – etwa Weißenburg, Wörschweiler oder Einrichtungen in Worms – Besitz und Einfluss in Weisenheim, doch stellt das Lorscher Dokument die älteste gesicherte urkundliche Erwähnung des Ortes dar.

Das Kloster Lorsch, 764 gegründet und von Karl dem Großen besonders gefördert, entwickelte sich rasch zu einem bedeutenden geistlichen Zentrum. In der damaligen religiösen Vorstellungswelt glaubte man, dass Schenkungen an ein Kloster dem Seelenheil dienten. Daher erhielt Lorsch zahlreiche Schenkungen, meist in Form von landwirtschaftlichen Flächen. Der daraus entstandene Streubesitz reichte – trotz der damaligen Verkehrsverhältnisse – weit über Südhessen hinaus bis in die heutige Vorderpfalz.

Die für Weisenheim entscheidende Urkunde stammt aus dem Jahr 771. In ihr schenkt ein Mann namens Achiold dem Kloster Lorsch mehrere Joch Ackerland im Wormsgau, in der Gemarkung Wihsa. Diese Nennung gilt als die erste gesicherte schriftliche Erwähnung Weisenheims und bildet die Grundlage für die 1250‑Jahr‑Feier im Jahr 2021. Auch wenn der Inhalt solcher Urkunden unscheinbar wirkt, ist ihr historischer Aussagewert bis heute von großer Bedeutung.

Insgesamt sind neun Schenkungsurkunden bekannt, die Weisenheim betreffen. Die meisten stammen aus dem 8. Jahrhundert, eine weitere aus dem 10. Jahrhundert. Überliefert werden darin vor allem Ackerland, Hofreiten (Hof‑ und Gartenflächen), Wege, Wasservorkommen, Weiden und Weinberge. Besonders bemerkenswert ist die umfassende Schenkung eines Mannes namens Lütolf, der dem Kloster alles vermacht, was er von seinem Vater in Weisenheim geerbt hatte. Diese Urkunden belegen eine fruchtbare Umgebung und zeigen, dass bereits im frühen Mittelalter Weinbau in Weisenheim betrieben wurde.

Die sogenannten „Weisenheimer Urkunden“ sind im Lorscher Kodex zusammengefasst, einer zwischen 1175 und 1190 entstandenen Sammlung von Abschriften. Das Original wird heute in Würzburg aufbewahrt; eine Faksimile‑Ausgabe befindet sich – von der Gemeinde erworben – in der Gemeindebibliothek Weisenheim am Sand.

 

Der Name Weisenheim

Da der Name Weisenheim in den historischen Urkunden in unterschiedlicher Schreibweise erscheint, soll hier auch der Frage nach der Herkunft des Ortsnamens nachgegangen werden. Dazu führt der Blick zurück in das frühe Mittelalter, zur Zeit der fränkischen Landnahme im 6. und 7. Jahrhundert nach Christus.

Die Franken hatten sich zu dieser Zeit vor allem im süd- und südwestdeutschen Raum durchgesetzt. Das eroberte Land galt zunächst als Eigentum des Königs. In einer sogenannten Lehenspyramide wurde es über mehrere Zwischenstufen an fränkische Sippenführer weitergegeben, die das Land bewirtschafteten und dafür Abgaben, Fron- und Heeresdienste zu leisten hatten. Solche Sippenhöfe sind auch im heutigen Weisenheimer Gebiet in größerer Zahl anzunehmen.

In der Regel trug ein solcher Hof den Namen des jeweiligen Sippenführers. Häufig wurde dieser Eigenname mit der Endung -heim verbunden – ein bis heute gut nachvollziehbares Muster von Wattenheim bis Mannheim. Für Weisenheim wird der zugrunde liegende Personenname meist als Wisa oder Wiso erschlossen, vermutlich Kurzformen von Wisman oder Wismar. Daraus wurde eine Verbindung zum Wort „weise“ gezogen – ein Deutungsansatz, der zu einem „weisen“ Dorfgründer durchaus seinen Reiz hat. Daneben gibt es jedoch auch Vermutungen, die den Namen mit dem Begriff „Wiese“ in Verbindung bringen.

Die Lorscher Urkunden überliefern verschiedene Namensformen: Wihsa, Wichse, Wisero und mehrfach Wisere. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich möglicherweise um lateinisch deklinierte Formen handelt. Später erscheinen weitere Schreibweisen: Weißheim (1264), Wyshem (1390) und Wysheim (1474).

Die Formen Wizzenheim beziehungsweise Wizzinheim beziehen sich hingegen auf Weisenheim am Berg. Für die historische Forschung war es lange nicht immer einfach, eindeutig zu unterscheiden, wann Weisenheim am Sand und wann Weisenheim am Berg gemeint ist.

Der unterscheidende Zusatz „am Sand“ taucht erstmals 1522 in der Form „uffm Sand“ auf und dient seither der klaren Abgrenzung.

 

Zur Geschichte Weisenheims in zeitlicher Übersicht

Vor 771

Vorgeschichte
Vorgeschichtliche Axt aus Hirschgeweih

Jungsteinzeit: Im Bereich der Eyersheimer Mühle wurde eine bedeutende neolithische Siedlung erforscht. Die Funde sind so charakteristisch, dass sie in der Forschung als eigener Typus gelten.

Eisenzeit (ab 800 v. Chr.): In der Gemarkung Weisenheims wurden zahlreiche keltische Kleinfunde geborgen, unter Mitwirkung des Weisenheimer Heimatforschers Nikolaus Henrich.

Römerzeit: In und um Weisenheim kommen verschiedene Funde wie Münzen, Tonscherben und eine Glaskanne zutage. Hervorzuheben ist ein Teil einer Jupitergigantensäule, eines typischen Zeugnisses der römisch-germanischen Religion mit mehreren Götterdarstellungen, datiert um 100 n. Chr. Dieser Fund besitzt für die Forschung besondere Bedeutung. Die römischen Funde werden heute im Historischen Museum der Pfalz in Speyer aufbewahrt.

Frühes Mittelalter: Im 5. und 6. Jahrhundert erfolgt die fränkische Landnahme, nachdem sich der Stamm der Franken gegen andere germanische Gruppierungen durchgesetzt hat. Fränkische Sippen errichten Höfe und bebauen das Land. Zwischen Bahnhofstraße, Ostring und Bismarckstraße soll der Hof eines fränkischen Sippenführers gelegen haben, der als Keimzelle des Dorfes gilt.

Ab 771 nach Christus

771: Eine Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch ist das älteste genau datierte Zeugnis für die Existenz von Weisenheim am Sand.

882: Erstmals wird eine Kirche in Weisenheim erwähnt. Der Ort gehört zu dieser Zeit dem Kloster Weißenburg, verliert diese Bindung jedoch im 10. Jahrhundert.

991: Weisenheim gelangt in den Besitz des Klosters Neuhausen (heute ein Stadtteil von Worms).

13. Jahrhundert: Weisenheim fällt an Graf Otto von Worms.

1356: Kaiser Karl IV. regelt mit der Goldenen Bulle die Wahl des deutschen Königs durch sieben Kurfürsten. Einer von ihnen ist der Pfalzgraf bei Rhein – ein Schritt von großer Bedeutung auch für Weisenheim.

1390: Urkundlich ist belegt, dass Weisenheim von Untergrafen des Grafen von Worms aus einer Leininger Linie verwaltet wird.

1467: Nach dem Aussterben dieser Linie fällt Weisenheim an den Kurfürsten von der Pfalz.

1467–1793: Weisenheim am Sand gehört über mehr als drei Jahrhunderte zur Kurpfalz.

1497: Ein Vertrag des Klosters Enkenbach erwähnt den Betrieb einer Ziegelhütte in Weisenheim.

Um 1500: Etwa 500 Menschen leben in Weisenheim in rund 142 Häusern.

Dreißigjähriger Krieg
Dreißigjähriger Krieg

1515: Ein Weistum regelt Rechte und Pflichten der Bewohner und stellt ein wichtiges Dokument der Dorfgeschichte dar.

1517: Mit Martin Luthers Thesenanschlag beginnt die Reformation. Die Kurpfalz reagiert zunächst zurückhaltend.

1556: Dreißigjähriger Krieg. Die konfessionellen Streitigkeiten eskalieren und führen zum Ausbruch eines furchtbaren Krieges mit Beteiligung

Gedenkstein am Ludwigshain
Gedenkstein am Ludwigshain

1618–1648: Dreißigjähriger Krieg. Die konfessionellen Streitigkeiten eskalieren und führen zum Ausbruch eines furchtbaren Krieges mit Beteiligung verschiedener europäischen Länder. E. Merk meint allerdings, dass Weisenheim diese Folgen erst ab 1632 zu spüren bekam. Die Kurpfalz gehört bei Kriegsende zu den Bereichen mit der größten Zerstörung, der Ort Weisenheim gilt als verlassen. Das bezeugt ein Schaffner des Klosters Wernersberg, der in Weisenheim den Weinzehnt erheben sollte und niemanden antraf.

1689: Der französische König Ludwig XIV. erhebt im Namen seiner entsetzten Schwägerin Liselotte von der Pfalz Erbansprüche auf die Pfalz. Als er merkt, dass er diese nicht durchsetzen kann, er-lässt er einen grausamen Mordbrennerbefehl an seine Truppen, die daraufhin die Pfalz verwüsten. Man weiß von Heimsuchungen in der unmittelbaren Nähe, auch auf Weisenheim dürfte die Nachricht über Raubzüge durch die Weinberge zu-treffen. Wir erfahren, dass Weisenheimer Akten in diesen Kriegswirren verlorengingen und haben den Nachweis, dass der Ort für französische Soldaten 1697 und 1701 hohe Geldsummen zahlen musste. Weisenheims Einwohnerzahl betrug nur noch 150 – 200 Menschen.

1787: Die Einwohnerzahl liegt zwischen 850 und 900 Personen.

1793: Französische Revolutionstruppen besetzen die Pfalz, die Kurpfalz hört auf zu bestehen. In Weisenheim endet damit auch die Zeit der Bannbäckereien. Dies heißt, dass die Einwohner dazu „gebannt“ waren, ihre Backwaren im Bannbackhaus zu erwerben, das die Gemeinde besaß und verpachtete. Ab 1793 herrschte Gewerbefreiheit. Kaiser Napoleon verleibte Frankreich die linksrheinischen Gebiete (und damit auch Weisenheim) als Departement ein.

1801: In Weisenheim leben 1087 Menschen.

Wappen
Wappen des ehemaligen
bayerischen Kreises
Rheinpfalz

1815: Nach den Napoleonischen Eroberungen und Kriegen erfolgte durch den Wiener Kongress eine Neuordnung Europas. Die Wiederherstellung der Kurpfalz war nicht erwünscht. Bayern (das in Personalunion seit Carl Theodors „Umzug“ nach München mit der Kurpfalz verbunden war) bekam nun das linksrheinische Gebiet der ehemaligen Kurpfalz, die „Rheinpfalz“ zugesprochen. Damit war auch Weisenheim „bayrisch“.

1823: 1300 Einwohner werden gezählt.

1828: Im Geographisch-statistischen Handbuch 1828 ist Weisenheims Einwohnerschaft auf 1651 Personen beziffert. Für 1830 ist die Zahl 1700 zu finden.

1832: Beim Hambacher Fest protestieren auch Weisenheimer Bauern gegen die wirtschaftliche Benachteiligung der Pfälzer Weine.

1836: Für Weisenheim sind 2090 Einwohner in 280 Häusern bezeugt.

1870/71: Deutsch-Französischer Krieg, der mit der Ausrufung des Zweiten Deutschen Kaiserreiches endet. Für König Ludwig II. und seine am Feldzug beteiligten Soldaten wird auf dem Ludwigshain mit einer großen Feier ein Denkmal eingeweiht und der „Keschdeberg“ in Ludwigshain umbenannt.

1877: Die Bahnlinie Frankenthal–Freinsheim wird eröffnet.

1880: Die Einwohnerzahl beträgt 2262 Personen.

1903: Ein kleiner Obst- und Gemüsemarkt vor der katholischen Kirche wird eingerichtet.

1910: Die Einwohnerzahl ist auf 2513 Personen gestiegen.

1911/12: Eine Wasserleitung wird gebaut, die v.a. auf den Einsatz von Dr. Welte hin umgesetzt wird, der aber zum Teil starke Anfeindungen dafür hinnehmen muss. Ein Wasserversorgungsverband war Bauherr, eine Firma aus Zweibrücken führte unter Aufsicht des Wasserversorgungsamtes München aus.

1913: Die Elektrifizierung erreicht den Ort. Weisenheim weist einen Obstbaumbestand von 165 000 Stück auf.

1914–1918: Im Ersten Weltkrieg fallen 64 Weisenheimer, 14 gelten als vermisst. Die verheerende Ernährungslage vor und nach dem Krieg zwang in Weisenheim dazu, den Fußballplatz in einen Acker umzuwandeln. Nach dem Krieg erfolgt französische Besetzung der Pfalz.

1919: Die Einwohnerzahl nach dem Ersten Weltkrieg beträgt 2631.

1921: Das furchtbare Explosionsunglück am 21.9. in der BASF forderte um die 500 Menschenleben und fast 2000 Verletzte, auch Weisenheimer Arbeiter waren betroffen.

Obstmarkt
Obstgroßmarkt

1929: Anlässlich der Kerwe wird der Obstmarkt am Bahnhof eingeweiht.

Neubau Schule
Neubau des Schulhauses 1937

1933: Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler besiegelt in rascher Folge das Ende der Demokratie. Überall wurden und werden NS-Organisationen gegründet, alle Bürgermeister und Politiker müssen der NSDAP angehören, alle Vereine werden „gleichgeschaltet“. Das trifft auch Weisenheim. In Fotos der Zeit sind immer wieder in Weisenheim Menschen mit NS-Uniformen oder –Abzeichen zu sehen, Hakenkreuzfahnen müssen bei vielen Gelegenheiten gehisst werden. Menschen aus Weisenheim, die als Feinde des Regimes gelten, werden misshandelt und verfolgt

1936: In Gebäuden des „Kaiserhauses“ in Freinsheim wird der Weisenheimer Winzerverein gegründet. Die Einwohnerschaft hat die Zahl 3000 übersprungen: 3023

1939: Fertigstellung des Schulhauses.

Beginn des Zweiten Weltkrieges

1940: organisierten die Gauleiter von Baden und der Saarpfalz eine gemeinsame Deportationsaktion, bei der jüdische Menschen in das berüchtigte Internierungslager Gurs in den Pyrenäen verschleppt wurden. Mit dem Beschluss der Wannsee‑Konferenz im Jahr 1942 begann die planmäßige Vernichtung der jüdischen

1945: Zunächst rückten amerikanische Truppen in die Pfalz ein. In der Folge gehörte Weisenheim zur französischen Besatzungszone, die dem im Krieg von Deutschland besetzten Frankreich zugewiesen wurde. Im Zweiten Weltkrieg kamen 99 Weisenheimer ums Leben, 51 gelten als vermisst. Bei einem Bombenangriff wurde ein Haus im Ort getroffen, wobei mehrere Menschen den Tod fanden.

1952: Die 1936 auf dem Gebiet des untergegangenen Dorfes Eyersheim errichtete Großsiedlung Hundertmorgen, die zunächst von Weisenheim aus verwaltet wurde, erhält mit dem Namen Birkenheide die kommunale Selbstständigkeit. Zugleich wird in Weisenheim die größte Obstgroßmarkthalle der Pfalz vollendet.

Ortsmitte
Dorfmitte

1957: Weisenheim darf sich über 3428 Einwohner freuen.

1958: Am Kerwemontag zieht ein heftiges Unwetter über Weisenheim hinweg, das Kerwestände bis zum Bahnhof fortspült und schwere Hochwasserschäden verursacht. Im selben Jahr werden 3523 Einwohner in 791 Häusern gezählt; die Zahl der Haushaltungen beträgt 1113.

1972: Weisenheim am Sand wird Teil der Verbandsgemeinde Freinsheim.

1975: Die Leerguthalle der Vereinigten Obst‑ und Gemüse‑Großmärkte in Weisenheim wird durch einen Brand vollständig zerstört. Als Brandverursacher werden zwei achtjährige Jungen ermittelt. Der entstandene Sachschaden beträgt rund zwei Millionen DM. Rund 350 Feuerwehrleute sind über mehrere Stunden im Einsatz. Im selben Jahr erschüttert ein Mordfall das Dorf: Eine 19‑jährige Frau tötet ihren Ehemann.

1975/76: Eine Serie von Brandstiftungen versetzt Weisenheim am Sand in Unruhe. Unter anderem wird auch der Reitverein betroffen. Insgesamt werden mindestens neun Brände gelegt; der Täter wird nie gefasst.

1981: Die an den Bahngleisen gelegene Kisten‑, Weinsteigen‑ und Spankörbefabrik Strasser wird durch einen Großbrand zerstört. Der Schaden beläuft sich auf mindestens 1,5 Millionen DM.

1983: Das rund 28 Hektar große Feuchtgebiet am Ludwigshain, das als Naherholungsgebiet dient, wird mit einem Fest eingeweiht. Der damals älteste Einwohner des Ortes, Richard Gerhard (93 Jahre), durchschneidet symbolisch das Band.

1986: Ein massiver Preisverfall bei Sauerkirschen führt zu erheblichen Protesten der Erzeuger. In Weisenheim nehmen rund 400 Obstbauern an einer Diskussionsveranstaltung in der Turnhalle teil. Gefordert wird unter anderem ein Importstopp ausländischer Ware. Die Ereignisse markieren den Beginn des Niedergangs einer ehemals bedeutenden Weisenheimer Kirschproduktion, die zeitweise in Deutschland eine Spitzenstellung eingenommen hatte.

Pfälzer Hof
Pfälzer Hof

1987: Nach einer umfassenden Sanierung wird das als „Pfälzer Hof“ bekannte Gebäude am Obertor eingeweiht. Das Gebäude ist spätestens seit 1816 belegt, steht seit 1981 unter Denkmalschutz und wurde ab 1983 grundlegend saniert. Es beherbergt unter anderem einen Ratssaal, die Gaststätte Ratskeller und die Gemeindebibliothek.

1988: Auf Schienen ausgelegte Eisenplatten führen bei Weisenheim zur Entgleisung eines Güterzuges.

1989: Der Fall der Berliner Mauer ermöglicht die Begründung einer Partnerschaft mit dem thüringischen Ort Niederroßla bei Apolda.

1992: Der Gemeindekindergarten „An der Bleiche“ wird errichtet.

1998: Das Baugebiet „Holzweg Nord“ wird erschlossen.

2000: In der Dr.-Welte-Straße Süd erfolgen Abrissmaßnahmen zur Entlastung der Verkehrssituation. In der Folge entstehen ein Bäckerei-Café, Parkplätze sowie eine Wohnanlage für altengerechtes Wohnen.

2003/04: Der „Oval‑Kreisel“ am Obertor („Weisremer Quetsch“) wird errichtet.

2014: Die 4000er Marke an Einwohnern ist gesprengt: Wir finden 4412 Personen in Weisenheim.